Klimaneutrales Quartierskonzept im urbanen Ensembleschutz
Zusammenfassung
Denkmalschutzauflagen stellen bei der Umsetzung der energetischen Transformation hin zur Klimaneutralität häufig erhebliche Hürden dar. Die Auflagen des Denkmalschutzes können gängige Maßnahmen einschränken oder sogar verhindern. Im Zuge des KfW Programms 432 hat das CAE ein integriertes Quartierskonzept für die Kongregation der Schwestern des Erlösers in Würzburg entworfen. Ziel war es, die vielfältigen Anforderungen, darunter Energieeffizienz, Denkmalschutz und soziale Belange, miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen.

Photovoltaik im Denkmalschutz
Um den Energiebedarf zu senken und gleichzeitig dem Denkmalschutz zu genügen, wurde zur Dämmung der Außenwand ein diffusionsoffener mineralischer Innendämmputz verwendet. Dieser gleicht sich beim Aufbringen optimal an die Unebenheiten des Mauerwerks an und ermöglicht zudem die Integration einer Flächenheizung. Weiterhin wurde über eine PV-Dachziegelanlage erstmals in Bayern eine Möglichkeit zur Stromeigennutzung auf denkmalgeschützten Gebäuden geschaffen, was besonders im dicht besiedelten urbaneren Raum von großer Bedeutung ist.
Regenerative Kühlung gegen urbane Überhitzung
Die zunehmende Überhitzung der Innenstädte erfordert immer häufiger Lösungen für Kühlsysteme. Im Quartier der Kongregation soll die Kälte über Wärmepumpen bereitgestellt werden, um so das Raumklima zu verbessern und den Ausbau der obersten Geschossfläche zu ermöglichen. Zusätzlich können die Wärmepumpen im Winter auch zur Wärmegrundlastdeckung im bivalenten Betrieb zusammen mit der Würzburger Fernwärme genutzt werden. In diesem Zusammenhang ist zudem das erste Erdwärmesondenfeld in der zentralen Würzburger Innenstadt geplant.
Was ist nachhaltig am Projekt?
Selbstversorgung unter der Einhaltung des Denkmalschutzes
Flächenentsieglung, Regenwasserretention und Förderung der Biodiversität
Entgegenwirken der innerstädtischen Überhitzung durch Kühlung und Begrünung